Mittwoch, 28. Juli 2010

Vom Saulus zum Paulus

Seit nun sechs Jahren ist Yildirim Demirören Vereinspräsident von Besiktas JK. Doch der gestrige Tag dürfte für Demirören einen besonderen Stellenwert in seiner Präsidentenlaufbahn haben. Demirören konnte gestern bei der Vertragsunterzeichnung von Guti das erste mal in seiner sechsjährigen Amtszeit Liebesbekundungen seitens der eigenen Fans genießen.
Mehr oder weniger seit seinem Amtsbeginn war er als Vereinspräsident umstritten und wurde von den meisten Fans nicht akzeptiert. Selbst als die Mannschaft letztes Jahr Meister wurde hatten die Fans auf den Tribünen lauthals Demirören´s Rücktritt gefordert (die von den Tribünen gesendete Botschaft dürfte da wohl in etwa so lauten: "Seht her; Erfolge interessieren uns nicht, wir wollen ihn nicht, daran ändert auch die Meisterschaft nichts). Ob es nun die Transferpolitik, oder aber die allgemeine Vereinsführung von Demirören war, die Fans waren schlicht und einfach mit der Arbeit von Demirören nicht zufrieden.

Das Alles ist Schnee von gestern.

Was sich vor zwei Wochen bei dem Quaresma-Transfer angebahnt hat, ist nun gestern mit dem Guti-Transfer Wirklichkeit geworden. Guti und Quaresma haben in dem Sinne eigentlich das scheinbar Unmögliche geschafft. Demirören wird geliebt. Wie sonst sollte man die positiven Schlachtrufe der tausenden Fans gestern interpretieren ? Oder sagen wir es mal so: Er wird von den eigenen Fans nicht mehr "gehaßt".



"Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" *Konrad Adenauer*

Mittwoch, 21. Juli 2010

Fussball kann wirklich langweilig sein...

Vor kurzem erst habe ich erfahren, dass momentan in Deutschland die U-20 Fussball WM der Frauen ausgetragen wird, Eines der vier Austragungsorte der WM ist Bielefeld. Also mehr oder weniger gleich bei mir um die Ecke. Heute haben in Bielefeld zwei Begegnungen stattgefunden. Um 15 Uhr England-Japan (1-3) und um 18 Uhr Südkorea-USA (0-1). Und ich hab mir allen Ernstes beide Spiele angeschaut (so langsam glaub ich echt das ich ein Fussball-Freak bin). Und das alles habe ich mir noch unter der knallheißen Sonne bei etwa 30 Grad angetan. Was das fussballerische der beiden Partien angeht, kann man wenig zu schreiben. Kaum zu vergleichen mit dem für mich gewohnten Anspruch aus den etablierten europäischen Ligen.
Damit hätte man ja rechnen können....doch selbst fürs männliche Auge war bei den zwei Spielen nichts dabei....
Wäre ich doch zuhause geblieben und hätte mir das Spiel von Bursaspor gegen Borussia Dortmund und im Anschluß daran das Derby Galatasaray gegen Fenerbahce angeschaut...

Nun gut. Es ist passiert wie es passiert ist und ich bin sehr erschöpft von dem anstrengenden Tag unter der heißen Sonne.

Was die Transferpolitik von Bursaspor betrifft, hat mich heute eine Neuigkeit erreicht an der, so scheint es, ernsthaft was dran ist.
Bursaspor ist an dem brasilianischen Innenverteidiger Bahia (Feyenoord Rotterdam) dran.
Man steht mit Feyenoord in regen Verhandlungen und der einzige Streitpunkt ist momentan die Zahlungsmodalität ( was sonst hätte es auch sein können!?) Falls dieser Transfer in den nächsten Tagen klare Konturen annimmt, werde ich mich mit Bahia näher befassen :)

Für heute war es das....Gute Nacht !

Montag, 19. Juli 2010

Wenn nicht jetzt, wann dann ?

Obwohl die WM grade einmal vor einer Woche zu Ende gegangen ist, fehlt mir jetzt schon wieder der normale Fussball-Betrieb. Noch mehr als drei Wochen muss ich mich, wie auch all die andere Fussball-Fans, mit den ewig langweiligen Vorbereitungsspielen gegen unterklassige Vereine begnügen (wobei ich mir diese Spiele nicht mal anschaue), ehe dann endlich die Ligen ihren Startschuß geben. Das einzig spannende und interessante an den Sommerpausen sind die ganzen Transfergerüchte die tagtäglich in den Sportblätter und Internetseiten auftauchen. Zugegeben das meiste, was in den türkischen Blättern auftaucht kann man sowieso nicht wirklich ernst nehmen.

Doch vor wenigen Stunden habe ich etwas mitbekommen, was so in der Form noch nicht in den Medien aufgetaucht ist.
Ich hab gestern Abend mit einem Freund aus der Türkei telefoniert, dessen Bruder in Istanbul für Juan Figer arbeitet. Um genauer zu sein ist er ein Angestellter in der Türkei Filiale von Figer.

Zur Erinnerung: Juan Figer ist der recht berühmte Spielervermittler aus Brasilien, der unter anderem namhafte Spieler wie Alex und Lugano von Fenerbahce, sowie z.B. auch Robinho betreut.

Und auch Ilsinho von Shahktor Donetzk !

Und genau dieser Ilsinho wurde allen Ernstes von der Spielervermittleragentur Juan Figer´s Bursaspor angeboten. Laut Angaben der Agentur, sei Ilsinho einem Wechsel in die türkische Süperlig gar nicht abgeneigt, Hinzu kommt noch, dass er auf jeden Fall einen Verein präferiere, der in der kommenden Saison an der Champions League teilnimmt. Eine Bedingung, die Bursaspor erfüllt !
Jedoch musste ich leider erfahren, dass der Bursaspor-Vorstand, das Angebot, in die Verhandlungen um den Spieler Ilsinho einzusteigen, höflich abgelehnt hat. Mit der Begründung, dass Ilsinho den finanziellen Rahmen von Bursaspor sprengen würde !
Schätzungsweise wird Ilsinho bei Donetzk knapp über 2 Millionen € im Jahr verdient haben. Sind es die 2 Millionen im Jahr, die den finanziellen Rahmen von Bursaspor sprengen würden ? Schliesslich ist Ilsinho ablösefrei und man hätte sich ja zumindest eine Ablösesumme ersparen können.

Ich will hier gar nicht auf die Transferpolitik vom Bursaspor-Vorstand eingehen, weil das schon als Kritikpunkt eines seperaten Blogs würdig wäre. Zumindest wäre das Thema sehr umfassend.

Was ich nicht verstehe....worauf wartet man noch ?

Wann wäre der Zeitpunkt für Bursaspor günstiger um auf die Istanbuler Klubs, auch wenn es nur ansatzweise ist, anzuschließen !?
Mich lässt das Gefühl nicht los, dass Bursaspor nicht eines Meisters würdig geführt wird ! Manch einer aus dem Vorstand vergißt wohl, dass Bursaspor diese Saison in der Champions League die Türkei vertreten wird. Und das mit dem Titel des aktuellen türkischen Meisters ! Es geht mir gar nicht um diesen speziellen Fall, sondern um die grundlegende Haltung vom Bursaspor Vorstand. Wozu dieser radikale Sparkurs ? Wann wird man denn mal endlich auch in Spieler investieren ? Oder ist man wirklich so naiv und glaubt, dass man mit dem aktuellen Kader auch in der Champions League bestehen kann !?

Naja, wie gesagt...ich könnte hier noch meterlang über die (schlechte) Transferpolitik von Bursaspor schreiben; jedoch fehlt mir grade auch die Zeit dazu und eigentlich wollte ich auch die Nachricht von heute nur kurz hier zusammenfassen und festhalten.
Angeblich soll in dieser Woche mit Jozy Altidore und Salcido eine Einigung erzielt werden. Es würde mich aber nicht wundern, wenn es am Ende auch mit diesen Transfers nicht klappt. Schliesslich besteht die Gefahr, dass diese beiden Spieler den finanziellen Rahmen von Bursaspor sprengen könnten...


P.S.: Ilsinho wurde angeblich auch Fenerbahce vorgeschlagen....mal schauen, vielleicht taucht ja diesbezüglich in den kommenden Tagen etwas in den Medien auf.



Mittwoch, 14. Juli 2010

Ein stiller Sieg der anatolischen Vereine

Ich bin Bursaspor-Fan.
Also weder ein Fan von den bekannten drei Istanbuler Klubs, noch ein Fan von Trabzonspor. Diese vier Klubs haben ja bekanntlich die meisten Fans in der Türkei. In dem Sinne bin ich, als waschechter Fan eines anatolischen Vereins, mehr oder weniger ein Exot in der Türkei. Jedesmal verfolge ich die Reaktionen mit Bewunderung, wenn mein Gegenüber auf die Frage für welchen Verein ich doch wäre, als Antwort Bursaspor bekommt. Bis vor einem Jahr (seit neuestem wird mir unterstellt, ich sei ja nur Bursaspor-Fan weil sie Meister geworden sind) haben meine neuen Bekanntschaft es mir nicht geglaubt, dass ich Bursaspor-Fan bin. Meist kam dann die Zusatzfrage, für welchen Verein ich denn wirklich sei, ich hätte doch bestimmt einen zweiten Verein aus Istanbul und wenn nicht, würde ich doch wenigstens für einen Istanbuler Klub Sympathien pflegen. Kann man denn zwei Frauen gleichzeitig lieben !? Ich kann es auf jeden Fall nicht ! Aber egal das ist nicht das Thema.

Nicht nur das man als Fan eines anatolischen Vereins von dem Großteil der türkischen Bevölkerung für nicht ganz voll genommen wird; man hat es grundsätzlich nicht ganz leicht als ein anatolischer Fan.
Wie gesagt...ich bin Bursaspor Fan.
Nur mal als Beispiel: Es ist der 5. Spieltag. Bursaspor spielt zuhause gegen Sivasaspor. Nun gibt es für mich als Bursaspor-Fan nur eine Möglichkeit um mir das Spiel live anzusehen. Nämlich im Stadion. Vorausgesetzt natürlich, dass ich die ganzen Kosten, die so ein Stadionbesuch mit sich bringt, tragen kann. Mal ganz abgesehen davon, ob ich überhaupt ein Ticket für das Spiel bekomme. Hier sollte erwähnt werden, dass fast alle Stadien der anatolischen Klubs alt, marode und meist nur ein Fassungsvermögen für max. 20.000 Zuschauern haben. Die gleichen Voraussetzungen gelten in meinem Beispiel natürlich auch für den Fan von Sivasspor, nur mit dem kleinen Unterschied, dass das Spiel (durch die Anreise von Sivas nach Bursa) für ihn kostenaufwendiger sein würde.
Für alle die, aus welchem Grund auch immer, das Spiel nicht live im Stadion verfolgen können, gilt folgendes: Radio anmachen, mitfiebern und danach auf den Sonntagabend warten, damit der Staatssender TRT in einer dreimütigen Zusammenfassung, das wirklich allernötigste von dem Spiel zeigt. Nicht zu vergessen, dass diese Zusammenfassungen immer im Anschluß der stundenlangen Berichterstattungen über die Spiele der Istanbuler Klubs erfolgen. Denn bis dato werden nur die Spiele der sogenannten "vier Großen" live gezeigt.

Mein Beispiel ist anwendbar auf alle Klubs der anatolischen Vereine. Spielt der Klub nicht gegen eines der vier Mannschaften, so ist man dazu verdammt, bis spät in die Nacht von Sonntag auf Montag zu warten, um von seiner geliebten Mannschaft bewegte Bilder zu sehen.
Ohne es zu dramatisieren, aber es ist wahrlich nicht einfach Fan von einem anatolischen Verein zu sein. Nicht wesentlich einfacher ist es unter diesen Gegebenheiten Fans für die anatolischen Mannschaften zu gewinnen. Wie soll denn der kleine fussballbegeisterte Junge aus Manisa die Liebe zu seinem Heimatverein entdecken, wenn im TV lediglich über die Klubs aus Istanbul gesendet wird !?!

Dieser medialen Ungerechtigkeit wurde nun ein Ende gesetzt. Zumindest was die Live-Übertragungen der Spiele in der Süperlig angeht.
In der Verbandssitzung vom 12. Juli wurde beschloßen, dass zukünftig alle Spiele der türkischen Süperlig vom Bezahlsender LigTV live übertragen werden. Verglichen mit den anderen Ligen in Europa, in denen teilweise schon seit Jahrzenten alle Spiele der jeweiligen höchsten Liga live übertragen werden, war dieser Beschluß schon längst überfällig.

Diese neue Festlegung kann gut und gerne als ein Sieg der anatolischen Vereine und seinen Fans angesehen werden. Nicht nur das die anatolischen Vereine ab der kommenden Saison mehr unter dem Rampenlicht stehen werden und somit vermehrt Werbung für ihren Klub machen können, auch werden diese Klubs finanzielle Vorteile aus diesem neuen Beschluß ziehen können. Man denke da nur an die TV- und Werbegelder die sich durch die nun ständigen Live-Übertragungen logischerweise erhöhen werden.

Speziell auf die Türkei zugeschnitten, ist dieser Beschluß letztendlich ein großer Schritt. Im Gesamtpaket gesehen jedoch ein kleiner Schritt vom türkischen Fussballverband. Jedoch ein wichtiger und absolut in die richtige Richtung weisender Schritt. Und auch eine Bestätigung dafür, dass der neue Verband unter dem Präsident Mahmut Özgener es mit den Bemühungen für eine gerechtere und ausgeglichener Liga ernst meint.

Nichtsdestotrotz wird dieser Beschluß (leider) nichts an den Berichterstattungen der etlichen Fernsehsender und (Sport-)Zeitungen ändern. Das Hauptaugenmerk der Medien wird auch in Zukunft weiterhin auf den drei Istanbuler Klubs liegen. Schließlich haben diese drei Klubs die meisten Fans in der Türkei. Wie sonst sollte es auch bei so einer Fokussierung auf die Istanbuler Klubs seitens der Medien auch sein !?
Was zählt sind die Istanbuler Klubs. Die Interessen der anatolischen Vereine interessieren kaum einen. Mit Nachrichten über Konyaspor lassen sich weder hohe Einschaltquoten noch viele Zeitungen verkaufen.
Da kann der Verband noch so einiges festlegen...die anatolischen Vereine müssen sich wohl oder übel mit der stiefmütterlichen Behandlung der Medien abfinden.
Oder kann es sonst eine Erklärung dafür geben, warum dieser aktuelle TFF-Beschluß von den Medien kaum beachtet wurde ?!?

Sonntag, 11. Juli 2010

Marcha Real - eine textlose Nationalhymne



Heute werden wir endlich wissen wer der neue Weltmeister wird. Spanien oder vielleicht doch Holland !? Egal wer es von den beiden Ländern wird, die Welt wird einen waschechten, wahrlich neuen Weltmeister bekommen. Eines der beiden Länder wird in Zukunft seine Spiele mit einem Stern auf der Brust bestreiten. Insofern feiert die Fussballwelt heute eine Premiere. Wird der neue Weltmeister Spanien, so wird es eine neue weitaus andere Premiere geben. Spanien wäre der erste Weltmeister, der keinen Text in seiner Nationalhymne hat.

Doch warum hat die spanische Nationalhymne keinen Text ?

Marcha Real, die spanische Nationalhymne ist eines der ältesten Nationalhymnen Europas. 1761 wurde sie, damals noch als Marcha Grenadara, das erste Mal erwähnt. Ihr Ursprung ist bis heute unbekannt. 1770 hat der damalige König von Spanien, Carlos III., die Marcha Grenadara (ohne Text) zum offiziellen Ehrenmarsch ernannt.
In der nachfolgenden Zeit wurden mehrmals Versuche unternommen, der Nationalhymne einen Text zu unterlegen. So schrieb im Jahr 1868 der General Prim ein Wettbewerb aus um eine komplett neue Hymne mit Text zu bekommen. Jedoch scheiterte sein Versuch. 1928 schrieb Jose Maria Peman im Auftrag des Diktators Primo de Rivera einen Text zu der Hymne, die auch nach dem spanischen Bürgerkrieg noch unter dem Diktator Franco zu der Hymne gesungen wurde. Doch Pemans Text wurde nie offiziell anerkannt. So blieb die spanischen Nationalhymne weiterhin ohne Text. Den letzten Versuch, der Marcha Real einen Text zu unterlegen, startete im Jahr 2007 das Nationale Olynpische Komitee von Spanien. Wieder wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Unter den mehr als 7000 Einsendungen gab es keinen Vorschlag, der die breite Öffentlichkeit begeisterte. Somit scheiterte auch dieser Versuch der spanischen Hymne einen Text zu geben. Und das ist auch gut so !

Grundsätzlich habe ich gar nichts gegen Nationalhymnen. Ganz im Gegenteil. Melodisch sprechen mich sogar sehr viele Hymnen an. Und auch gegen das Ritual, das vor Länderspielen die Nationalhymnen gespielt werden, habe ich keine Einwände. Eigentlich kenne ich es ja auch nicht anders. Einzig die Texte bereiten mir hin und wieder Probleme und machen die Sache im Zusammenhang mit dem Sport recht widersprüchlich. Auf der einen Seite soll der Sport selbstverständlich friedlich ausgetragen werden und die Völkerverständigung fördern. Wird denn aber nicht auf der anderen Seite grade durch die Nationalhymnen der Nationalismus enorm gefördert ?

Nur die wenigsten Nationalhymnen schlagen in den Texten friedliche Töne ein. Meist feiern die Hymnen (teilweise in Verbindung mit diversen Religionen) das große, stolze Vaterland und der Bürger wird auf einer metaphorischen Art und Weise aufgefordert in den Kampf zu ziehen. So hat beispielsweise der letzte Weltmeister Italien vor den Spielen die Bereitschaft zum Tod erklärt. Vergleischweise ähnlichen Wortlaut kann man auch bei der Hymne Brasiliens, dem Weltmeister 2002, ablesen. Noch direkter wird die Hymne Frankreichs, dem Weltmeister von 1998. Darin wird regelrecht ein Horrorszenario beschrieben. Nämlich das grausame Krieger die eigenen Ehefrauen köpfen und das es allmählich Zeit ist in Reihe und Glied zu stehen und die Waffen bereit zu halten. Und nach solchen Texten soll man, überspitzt gesagt, allen Ernstes einen respektvollen Umgang mit dem sportlichen Gegner erwarten ?

Lieber gar keinen, als solchen Text ! Von daher kann sich Spanien eigentlich glücklich schätzen. Das man für einen sportlichen Erfolg nicht unbedingt stark nationalistisch angehauchte und übertrieben heroische Texte benötigt, hat uns Spanien ja schon einmal bewiesen. Im Sommer 2008 wurde sie ohne Text Europameister. Vielleicht klappt es ja auch mit der Weltmeisterschaft !?

Samstag, 10. Juli 2010

Frag einfach Paul


Vor der WM hat die Fussballwelt gerätselt, wer denn der große Star bei der WM werden würde. Messi, Iniesta oder vielleicht sogar Özil ? Doch mit Paul hat wohl keiner gerechnet ! Es sieht ganz danach aus, als wenn er der Held dieser WM wird (man bedenke; selbst CNN International hat über Paul berichtet).

Doch was kann dieser Paul ?
Eigentlich kann er gar nichts. Zumindest nicht viel und nichts wirklich erwähnenswertes. In einem Aquarium werden zwei Kisten aufgestellt, in denen jeweils eine Muschel ist. Jede Kiste wird durch eine Nationalflagge einem Land zugeordnet. Somit wird, durch die von dem Tintenfisch aufgespeiste Muschel, der vermeintliche Gewinner des Spiels ermittelt.
Soweit so gut. Nur hat der Tintenfisch bis heute wirklich alle sechs WM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft richtig vorhergesagt. Alles nur Zufall ? Wohl kaum. So lag doch laut einem Mathematiker die Wahrscheinlichkeit, dass der Tintenfisch Paul alle sechs Spiele richtig vorhersagt, bei grade einmal 2%.
Gestern hat Paul für die ausbleibenden zwei Spiele seine Sieger ermittelt. Wenn es nach ihm geht, wird Deutschland WM-Dritter und Spanien Weltmeister. Gut möglich, dass Paul die WM fehlerfrei überstehen wird. Schliesslich hat er ja Favoritensiege vorhergesagt. Also nichts spektakuläres. Auch ich tippe auf einen Sieg für Deutschland und Spanien. Nur stößt meine Meinung nicht auf soviel Resonanz. Ich bin ja auch kein Tintenfisch.

Ganz ehrlich, irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, dass an dieser Tintenfisch-Aktion irgendwas faul ist. Was es genau ist weiß ich nicht. Ich bin kein Biologe und kenne mich auch kaum in der Tierwelt aus, aber ich denke schon dass man in irgendeiner Art und Weise einen Tintenfisch beeinflußen kann. Nichtsdestotrotz müsste man logischerwiese die Siege gegen England und Argentinien und natürlich auch die Niederlage gegen Serbien erahnen um dann die Handlung des Tintenfischs dementsprechend zu manipulieren.
Wer weiß, vielleicht ist ja der Geschäftsführer des Sealife-Aquariums in Oberhausen ein Fussballexperte !? Ein PR-Experte scheint er ja auf jeden Fall zu sein !

Freitag, 9. Juli 2010

Das unbeliebte Spiel um Platz 3

Am morgigen Samstag findet in Port Elizabeth das "kleine Finale" zwischen Deutschland und Uruguay statt. Und wie vor jedem Spiel um Platz 3, macht sich auch diesmal in den Medien eine negative Stimmung über das Spiel um Platz 3 breit. Oftmals wird das Spiel in einem verachtenden Unterton als das "Finale der Loser" bezeichnet und jedesmal entsteht, wenn auch immer nur für eine kurze Dauer, die Diskussion inwiefern bei einer Weltmeisterschaft das Spiel um Platz 3 notwendig ist und man kommt zu dem Entschluss, dass das "kleine Finale" schlicht und einfach überflüssig ist. Doch wie kommen die Medien und manche sogenannten Fussballexperten auf so eine Meinung ?

Das die Halbfinalverlierer Motivationsprobleme haben ist selbstverständlich. Schliesslich hat man ja nur knapp den Finaleinzug verpasst. Unverständlich ist wiederrum, dass die Medien im Bezug auf die Notwendigkeit des Spiels um Platz 3, beispielsweise die Aussagen von Phillip Lahm zitieren. Auf die Reporterfrage ob Lahm denn auf das morgige Spiel Lust habe, antwortete er kurz und knapp mit "Da hab ich überhaupt keine Lust drauf". Was hätte aber auch Lahm denn sonst circa 10 Minuten nach dem verpassten Finaleinzug in die Mikrofone sagen sollen !?
Lahm ist einer von den wenigen Spielern, der 2006 schon WM-Dritter geworden. Er und einige wenige andere Spieler kennen das Gefühl, sich nach einem verlorenen Halbfinale noch einmal für das Spiel um Platz 3 aufzuraffen. Doch für den Großteil des deutschen WM-Kaders ist dieses "kleine Finale" ein Novum und im Falle eines Sieges am Samstag der bis dato größte Erfolg den die jungen Spieler in ihrer Karriere vorweisen können.
Uruguay stand am letzten Dienstag nach 40 Jahren das erste Mal wieder in einem Halbfinale. Wie dieses Jahr, standen sie 1970 nach dem verlorenen Halbfinale gegen Deutschland im Spiel um Platz 3. Damals ging das Spiel aus Uruguayer Sicht mit 0:1 verloren. Das der dritte Platz für die Uruguayer Ansporn und Motivation genug sein wird um sich für das Spiel reinzuhängen, versteht sich demzufolge von selbst.

Trotzdem wird das Spiel um Platz 3 von den weiten Teilen der Medien und von namhaften Experten als eine lästige Aufgabe angesehen. Das durch die "lästige Aufgabe" die Spieler die Ehre eines WM-Dritten erlangen können, scheinen einige zu vergessen. Wieviele von den ganzen aus dem Turnier ausgeschiedenen Länder würden wohl gerne morgen in dem kleinen Finale stehen ? Wie oft hat man denn als Spieler die Möglichkeit WM-Dritter zu werden ?

Und selbst für den normalen Fussballfan ist, wenn auch zugegebenermaßen die gewisse Spannung in dem "kleinen Finale" fehlen wird, das morgige Spiel ein Großereignis. Dem normalen Fussballfan wird das Spiel morgen gefallen. Schliesslich kann man sich bei einer WM nach gutem Fussball nicht satt sehen. Man sollte nicht vergessen, dass die WM nach den Olympischen Sommerspielen das zweitgrößte Sportereignis der Welt ist. Wieso sollte dann also das Spiel um Platz 3 überflüssig sein !? In anderen Mannschaftssportarten werden teilweise sogar nicht prämierte Spiele um siebte und neunte Plätze ausgetragen.
Dem Eventfan, der die großen Sportereignis mit diversen Parties verknüpft, wird das "kleine Finale" auch gefallen. Er kann zum Public Viewing gehen, währenddessen und anschließend auch noch feiern. Was will man mehr !?
Naja, dass der Fifa das Spiel um Platz 3 entgegenkommt, lässt sich eigentlich auch von alleine erklären. Ein Spiel mehr führt logischerweise dazu, dass man sich durch Werbeeinahmen noch mehr die Taschen füllen kann. 90 Minuten mehr um auch generell tolle Werbung für den Fussball zu machen.
Fast in jedem Land auf dieser Welt wird das morgige Spiel live übertragen. Wie überflüssig das Spiel um Platz 3 ist, wird man mal wieder an den weltweit hohen Einschaltquoten ablesen können...

Donnerstag, 8. Juli 2010

Miroslav Klose

Woran denkt man, wenn man den Namen Miroslav Klose hört ? Richtig ! An Tore und an seinen Salto, den er nach den erzielten Toren hin und wieder zelebriert. Aber auch daran, dass Klose schon immer ein fairer Sportler war und es auch eigentlich ist.
Komischerweise habe ich während der WM einen ganz anderen Klose gesehen. Einen entschieden aggressiver aufspielenden Klose. Lag es an der Kritik die er sich schon vor der WM seitens der Medien und der deutschen Öffentlichkeit anhören musste ? Hat er sich einfach selber zu sehr unter Druck gesetzt, weil er es bei der WM den ganzen Kritiker beweisen wollte ? Ich vermute schon.
Im ersten Gruppenspiel gegen Australien ist mir Klose durch relativ häufige sogenannte Stürmerfouls aufgefallen. Den negativen Höhepunkt erreichte Klose im Spiel gegen die Serben, als er nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Nachdem er im letzten Gruppenspiel gegen Ghana seine Strafe absitzen musste, hat er wiederum im Achtelfinale gegen England, was seine aggressive Spielweise angeht, eine eher unauffällige Partie abgeliefert. Gleiches kann man eigentlich auch von dem Viertelfinalspiel gegen Argentinien behaupten. Bis auf ein paar Nicklichkeiten war Klose in seiner Spielweise recht normal. Wären da nich die zwei Treffer die ihm in diesem Spiel gelangen. Mit dem Treffer im ersten Spiel gegen Australien und im Spiel gegen England kam Klose nun vor dem Halbfinalspiel gegen Spanien auf vier Treffer im laufenden Wettbewerb und insgesamt auf 14 WM-Tore in seiner Karriere.
Schon vor dem Spiel sprachen die Medien von den 15 Toren Ronaldos die deer Klose doch gefälligst knacken sollte. Und genau mit diesem Druck und natürlich auch mit dem allgemeinen Druck, der bei einem Spieler logischerweise in einem WM-Halbfinalspiel entsteht, ist Klose wohlmöglich in das Spiel gegangen. In einem für meinen Geschmack schon "zu fair" geführten Halbfinalpartie (man bedenke: es geht um den WM-Finaleinzug), war Klose meiner Meinung nach der auffällig "unfairste" Spieler auf dem Platz. Wieder diese unendlich vielen Stürmerfouls, die in der Summe durchaus eine gelbe Karte gerechtfertigt hätten. Hinzu kam noch, dass sich Klose außerordentlich oft im Strafraum fallen lassen hat.
Es wird wohl von jedem Spieler der größte Traum sein, einmal im WM-Finale zu stehen und am besten am Ende auch noch Weltmeister zu werden. Und ich verstehe ja auch, dass einem Spieler so einige Mittel Recht sind um eben genau dieses Ziel zu erreichen. Doch trotzdem sollte das alles im Rahmen des Fair-Plays bleiben !
Ein Tor fehlt Klose um mit Ronaldo in der ewigen WM-Torschützenliste gleichzuziehen. Ein Treffer mehr, und er zieht mit insgesamt 16 Treffern an Ronaldo vorbei. Ich gönne Klose diesen Erfolg. Weil er ein sehr guter und fairer Fussballspieler ist. Das soll er aber bitte auch bleiben. Diese unfaire und schmutzige Art und Weise steht ihm einfach nicht. Ich bin es von ihm nicht gewohnt. Schliesslich hat er für die vorherigen 14 Treffer auch keine unfaire Methoden benötigt. Es geht doch anders, nämlich so wie immer...

Dienstag, 6. Juli 2010

Wird Uruguay der neue Weltmeister ?

In den vergangenen 18 Fussball - Weltmeisterschaften sind genau neun mal europäische und neun mal südamerikanische Länder Weltmeister geworden. Ein Kontinent wird nach dieser WM die Nase vorne haben; soviel steht fest. Beim genaueren Hinsehen fällt einem aber eine andere interessante Statistik auf. Alle WM-Titel der Europäer wurden auch auf dem europäischen Kontinent errungen. Wurde eine WM auf einem anderen Kontinent ausgetragen, gingen die Europäer immer mit leeren Händen nach Hause. Geht es nach dieser Statistik, so kann der neue Weltmeister nur Uruguay heißen...


Ich denke bei "Statistik" an den Jäger, der bei einem Hasen das erste Mal knapp links daneben schoss, und beim zweiten Mal knapp rechts vorbei. Im statistischen Durchschnitt gäbe es einen toten Hasen. *Franz Steinkühler*


Samstag, 3. Juli 2010

Also doch alles richtig gemacht

Das der Uruguayer Luis Suarez in der letzten Minute der Verlängerung mit Köpfchen gehandelt hat, konnte man zu dem Zeitpunkt nicht behaupten.
Die reguläre Spielzeit endete mit einem 1:1 Remis. Die Verlängerung war, um es einfach auszudrücken, grottenschlecht. Das Spiel lebte nur noch von seiner Spannung. Dann die letzte Minute der Verlängerung. Luis Suarez klärte auf der Linie mit beiden Händen in einer Volleyballer-Manier einen Kopfball von Dominic Adiyiah. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Suarez sah die rote Karte. Weinend verließ Suarez den Platz. Ihm war bewußt, dass er einen großen, wenn nicht sogar seinen größten Fehler in seiner Fussballer-Karriere gemacht hatte. Doch es kam alles anders und das aus Uruguayer Sicht verloren geglaubte Spiel bekam eine ganz andere Wendung. Denn den Elfmeter für Ghana setze der Ghanaer Asamoah Gyan an die Latte. Dies war auch die letzte Aktion der Partie und das Spiel ging ins Elfmeterschiessen, welches Uruguay letztendlich mit 5:3 für sich entschieden hat.

Spieler des Tages: Luis Suarez; als Stürmer zwar über das ganze Spiel gesehen recht blaß geblieben, aber schlussendlich mit der möglicherweise besten Parade des ganzen Turniers, seiner Mannschaft den Halbfinal-Einzug ermöglicht. Gratulation dazu...

Freitag, 2. Juli 2010

Der Holländer Johan Cruyff

Holland-Legende Johan Cruyff sorgt vor dem heutigen Spiel gegen Brasilien ordentlich für Stunk. Der einstige Weltklasse-Stürmer, der auch als Trainer einen offensiven Fussball spielen ließ, lästerte in einem Interview über die Spielweise der Selecao.
Der englischen Daily Mirror sagte er folgendes: "Sie haben talentierte Spieler, aber sie spielen auf eine Weise, die sehr defensiv und uninteressant ist". Meint er mit dieser Kritik wirklich die Selecao oder doch die Nederlands Elftal ?
Cruyff holt weiter aus: "Es ist eine Schande für die Fans und das Turnier, weil sie eigentlich eines der Teams sind, die die Leute sehen wollen". Und auch bei dieser Cruyffschen Feststellung bin ich mir noch nicht sicher, von welcher Mannschaft er spricht !?
Doch der nächste Satz bringt Licht ins Dunkel: "Ich würde niemals ein Ticket bezahlen, um ein Spiel dieser brasilianischen Mannschaft zu sehen". Ah ja, ok. Es geht hier tatsächlich um die Spielweise der Brasilianer. Da hat also nicht der Fussball-Fachmann Johan Cruyff, sondern schlicht und einfach der Holländer Cruyff gesprochen. Wie sonst kann man sich Cruyff´s Kritik an die Selecao, die zwar berechtigt, aber ohne Probleme eins zu eins auch auf die holländische Nationalelf übertragbar ist, erklären ?
Nicht einen Cent würde Cruyff für ein Spiel der Selecao bezahlen und für die holländische Nationalmannschaft womöglich umso tiefer in die Tasche greifen. Nimmt man seine Kritik als Maßstab, so müsste Cruyff streng genommen bei dem Spiel zuhause bleiben. Und am besten sogar selbst den Fernseher auslassen !

Donnerstag, 1. Juli 2010

Die südamerikanische Dominanz

32 Teams haben an der 19. Fussball-Weltmeisterschaft teilgenommen. Fünf Teams kommen aus dem südamerikanischen Kontinent. Die Südamerikaner haben bei den Fussballfans schon in der Vorrunde einen sehr starken Eindruck hinterlassen. Zusammengezählt haben die Südamerikaner in den 15 Vorrundenspielen nur fünf Gegentore kassiert bei nur einer einzigen Niederlage (Chile - Spanien 1-2). Folgerichtig haben alle fünf Teams den Sprung ins Achtelfinale geschafft. Und auch in den Achtelfinals spielten die Südamerikaner stark auf. Einzig Chile ist im Achtelfinale ausgeschieden. Nun stehen vier Vertreter aus dem südamerikanischen Kontinent im Viertelfinale. Eine Premiere in der WM-Geschichte . Geht es nach den Buchmachern, so sind drei der vier Südamerikaner Favorit was den Einzug ins Halbfinale angeht. Lediglich Paraguay nimmt in der Partie gegen den Europameister aus Spanien eine Außenseiterrolle ein. Nun stellt sich die Frage. Wird die südamerikanische Dominanz auch in den Viertelfinals weitergehen ? Theoretisch können alle vier Teams den Sprung ins Halbfinale schaffen und so würde sich das Turnier kurzerhand von einer Weltmeisterschaft zu einer Copa América entwickeln. Man darf gespannt sein...



Die Vierteflinals im Überblick:

Niederlande - Brasilien

Uruguay - Ghana

Argentinien - Deutschland

Paraguay - Spanien